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Die Dauerausstellung im Detail: Technik

Neuer Themenbereich Technik im Universum® spannt einen Bogen von der Mechanik bis hin zur digitalen Welt

Vom Einfachen zum Komplexen, so lautet die Marschrichtung des neuen Ausstellungskonzepts im Universum® Bremen seit März 2015. Entsprechend wurde der neue Themenbereich Technik im ersten Obergeschoss des silbernen Wals in vier Unterbereiche eingeteilt, die erst allmählich komplizierter werden und somit den Besucher behutsam mit auf die Reise in die Tiefen des Themas nehmen.

Mechanische Welt: von Kräften und Zahnrädern

Der erste Unterbereich, die Mechanik, beginnt mit einem schlichten Gegenstand: einem Handrasenmäher, der in seine Einzelteile zerlegt in einer Vitrine ausgestellt wird. Hier wird deutlich, wie überschaubar mechanische Geräte noch aufgebaut sind. Doch welche wissenschaftlichen Prinzipien nutzen mechanische Gebrauchsgegenstände wie Dosenöffner, Nussknacker oder Gangschaltungen eigentlich? Dies können die Universum®-Besucher buchstäblich am eigenen Leib erfahren: Beim Exponat Wettziehen wird beispielsweise das Phänomen Kraftübertragung mittels eines Flaschenzuges spürbar, während das Experiment Pirouetteneffekt das Trägheitsmoment verdeutlicht. Auf einem Drehteller stehend kann man sich hier wie in einem Kinderkarussell fühlen und ausprobieren was passiert, wenn man sich stärker nach außen lehnt. Nimmt die Geschwindigkeit zu oder ab? Am Getriebetisch können die Besucher darüber hinaus mit Riemen und Scheiben der Kraftübertragung auf die Spur kommen und nach erfolgreicher Anordnung Windräder oder eine Musikdose zum Laufen bringen.

Elektrische Welt: von Strömen und Schaltungen

Nach der mechanischen Welt tauchen die Besucher in die elektrische Welt ein. Hier dient ein auseinandergebauter Föhn als Einstieg. Wie viel Energieaufwand wohl nötig ist, um verschiedene elektrische Geräte in Betrieb zu nehmen? Ein einfaches und zugleich beeindruckendes Experiment fordert die Universum®-Gäste auf, mit Handkurbeln eine Leuchtdiode, einen Ventilator oder einen Akkuschrauber zum Leben zu erwecken. Wobei kommt man wohl am schnellsten aus der Puste? Und wie kann ich eigentlich Stromkreise so schalten, dass eine Alarmglocke ertönt oder ein Fahrradlicht zu leuchten beginnt? Ganz spielerisch erschließen sich die Besucher die Prinzipien von Parallel- und Reihenschaltungen und haben Spaß dabei. Die verblüffende Kraft von Magnetismus wird am Exponat Magnetskulptur deutlich: In dem unsichtbaren Magnetfeld zwischen zwei starken Magneten lassen sich mit Metallscheiben erstaunliche Bögen und Türme formen. Achtung, Hochspannung! So heißt es an dem spektakulären Exponat Blitzmaschine. Hier können die Besucher auf Knopfdruck selbst Blitze erzeugen, die knisternd zwei V-förmige Metallstäbe emporklettern.

Automatisierte Welt: von Robotern und Maschinen

Weiter geht es zum Bereich automatisierte Welt, wo eine Kaffemaschine die angenehmen Seiten der Technik symbolisiert. Doch eine überraschende, äußerst sinnlose Maschine des Computerpioniers Claude Elwood Shannon stellt eine übertriebene Automatisierung augenzwinkernd in Frage und lädt die Besucher zu einer differenzierten Betrachtung ein. Eine acht Meter lange Kugelbahn sorgt zusätzlich für faszinierende Momente wie in Kindertagen: Die Maschine ist so gebaut, dass die Kugeln über verschiedene Weichen unterschiedliche Wege nehmen und dabei diverse Elemente in Bewegung setzen. Überraschungen garantiert!

Digitale Welt: von Bits und Bytes

Was sind eigentlich Bits und Bytes? Und welchen Nutzen haben wir Menschen durch sie? Das Thema digitale Welt beginnt mit einem auseinandergebauten Smartphone, an dem sich schnell erkennen lässt, dass moderne Technik immer komplexer wird. Am Komponiertisch erfahren die Besucher dann wie es klingt, wenn auf einem Lichttisch angeordnete Objekte abgescannt und in digitale Musik übersetzt werden. Die Funktionsweisen verschiedener Sensoren, wie sie beispielsweise bei Ampeltastern oder Einparkhilfen eingesetzt werden, lernen die Besucher unter anderem kennen, indem sie ein Kugellabyrinth steuern sollen, ohne es direkt zu berühren. Ob dies gelingt?

Vertiefungszonen liefern neue Informationstiefe

Neben diesen vier Entdeckerzonen, in denen nach Herzenslust geforscht und ausprobiert werden kann, erhalten die Besucher neuerdings auch zahlreiche Hintergrundinformationen in sogenannten Vertiefungszonen. Mit Experteninterviews, Texten, Grafiken und echten Prototypen aus Forschungsinstituten wird eine neue Informationstiefe geliefert, die den Besuchern eine eigene Einschätzung zur Relevanz aktueller Forschungsprojekte für unseren Alltag, Wissenschaft und Forschung ermöglicht. So wird in der Vertiefungszone Mobilität beispielsweise ein Experteninterview zu alternativen Antriebsformen wie Elektromobilität oder Hybridantrieben gezeigt, außerdem werden E-Bikes und Carsharing näher beleuchtet. Im Bereich Energie können die Besucher unter anderem den Aufbau einer Offshore-Windanlage in einem Film beobachten, während der Vertiefungsbereich Information einen echten Marsroboter namens Scorpion zeigt – ein Beispiel dafür, wie flexibel Roboter in unwegsamem Gelände bereits sind.

Das Ziel dieser Ausstellungsebene, das technische Grundverständnis der Besucher zu erweitern und Alltagsbezüge aufzuzeigen, sollte durch das forschende, entdeckende und lustvolle Lernen auf jeden Fall erreichbar sein.


Bilder Downloads
  • In der Themenebene Technik des Universum® Bremen können Besucher ihr technisches Grundverständnis erweitern und Alltagsbezüge spielend herstellend.

  • Zu meist interaktive Exponate ermöglichen im Universum® Bremen einen spielerischen Zugang zu technischen Fragestellungen und Phänomenen.