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15 Mrz 2022

Themenbereich Natur: Ist alles so schön bunt hier!

Themenbereich Natur im Universum® Bremen erklärt die Herkunft von Farben, Strukturen und Mustern in unserer Welt

Wer hat nicht schon einmal über tiefgraue Gewitterwolken, Sandmuster im Nordessewatt oder filigrane Eiskristalle gestaunt? Und sich dann gefragt, wie diese Dinge eigentlich zustande kommen? Der Themenbereich Natur im Universum® Bremen nimmt die Schönheit unserer Umwelt als Ausgangspunkt, um naturwissenschaftliche Prozesse anschaulich zu erklären. Aufgeteilt ist der im dritten Obergeschoss angesiedelte Themenkomplex in drei Unterbereiche, die zahlreiche Mitmachstationen bieten.

Meeresblau und Zitronengelb – Farben in der Natur

Die Reise vom Einfachen zum Komplexen beginnt mit dem Unterbereich „Farben in der Natur“. Als erster Blickfang sind hier gleißende Blitze in einer Plasmakugel zu sehen. Wie dieses Leuchten wohl entsteht? Und kommt dieses Leuchten eigentlich noch in anderen Naturzusammenhängen vor? Mithilfe von Glasperlen können die Besucherinnen und Besucher einen Farbbogen erzeugen und erfahren, dass Regenbögen stets kreisrund sind – auch wenn wir sie am Himmel nur als Halbkreis wahrnehmen. An simplen und gleichzeitig einprägsamen Experimentierstationen verstehen die Universum®-Gäste außerdem, warum Meerwasser blau, Zitronen gelb und Wolken weiß sind.

Kugeln, Wirbel, Stachel – Strukturen in der Natur

Nach den Farben werden im nächsten Unterbereich die Strukturen der Natur untersucht. Plötzlich fallen Gemeinsamkeiten auf, wo man sie kaum vermutet hätte: So haben Eiskristalle, Vulkankegel und Dornen ihre spitze Form gemeinsam. Während Vulkane und Eiskristalle aus physikalischen Gründen diese Struktur annehmen, haben Spitzen bei Pflanzen und Tieren vor allem eine Schutzfunktion. Aufgedrehte Strukturen indessen zeigen Wasserstrudel und Wirbelstürme, deren Ursachen im Universum® experimentell erfahrbar werden.

Wellen, Zweige, Netze – Muster in der Natur

Weiter geht es zum Bereich „Muster in der Natur“, wo ein spezielles Becken zeigt, wie durch Wasserbewegungen wellenförmige Muster im Sand entstehen. Auch Flüsse sind nie schnurgerade, sondern gewellt, da sie beispielsweise Felsen und andere Hindernisse umrunden müssen. Manchmal führen die geografischen Bedingungen gar zu Flussschlingen, dann spricht man von einem Mäander. Einen solchen Mäander können die Gäste im Universum® auch selbst herbeiführen. Um aufgeteilte Strukturen hingegen geht es an der Seifenblasenwand. Aus dichtgedrängten, runden Seifenblasen werden Vierecke, Fünfecke oder Sechsecke. Auch in der Natur kommen polygone Formen häufig vor: So besteht ein ausgestellter Schildkrötenpanzer aus Vielecken, da sie ein gleichmäßiges Wachstum des Panzers ermöglichen. Am Präparat eines Amphibiengehirns erkennen die Gäste indessen verzweigte Strukturen und erfahren in einem Begleittext, dass dadurch ein effektiver Informationsfluss gewährleistet wird.

Vertiefungszonen mit Erlebnisfaktor und Informationstiefe

Auch im Themenbereich Natur werden weiterführende Informationen in sogenannten Vertiefungszonen angeboten, die eine Brücke zu aktuellen Forschungsprojekten schlagen. Diese Hintergrundinformationen sind in würfelförmigen Räumen untergebracht. Unter dem Motto „Gewaltige Natur“ thematisiert der erste Raum die immensen Kräfte, die unsere Erde formen. Ein Erdbebensofa lässt auf Knopfdruck die Wände erzittern: San Francisco, Albstadt oder Izmit – welches nachempfundene Erdbeben fühlt sich am heftigsten an? Am Exponat Plattentektonik können die Besucherinnen und Besucher im Zeitraffer beobachten, wie sich die Erdplatten im Laufe der Jahrmillionen bewegt haben. Diese Verschiebungen der Erdplatten führen unter anderem zu Vulkanismus und Erdbeben. Filmische Abstecher nach Sizilien, Teneriffa und Hawaii zeigen die spektakulärsten Vulkanausbrüche der vergangenen Jahrzehnte, während Vulkanologen und Erdbebenforscherinnen in Videoinstallationen über aktuelle Forschungsfragen berichten. In der Vertiefungszone „Extreme Natur“ wird deutlich, wie unterschiedlich die Gesichter der Natur sein können. Die Tiefsee als ein besonders extrem ausgeprägter Lebensraum wird hier beleuchtet, indem einzigartige Aufnahmen vom Meeresboden in 4000 Metern Tiefe gezeigt werden. Ergänzend erläutern Wissenschaftlerinnen und Experten die Methoden der Tiefseeforschung und zeigen den Nutzen für aktuelle Fragen unserer Gesellschaft auf. Ein Baum des Lebens wird im Raum „Vielfältige Natur“ an die Wand projiziert und symbolisiert mit kontinuierlich absterbenden und neu wachsenden Ästen die Evolution. Das Leben auf der Erde entstand vor etwa dreieinhalb Milliarden Jahren und entwickelte eine unglaubliche Vielfalt an Tieren, Pflanzen, Pilzen und Bakterien mit teilweise erstaunlichen Verwandtschaftsbeziehungen. In der letzten der vier Vertiefungszonen zeigt ein riesiger Leuchtglobus globale Daten zum aktuellen Wettergeschehen, zu Meeresströmungen oder Schadstoffkonzentrationen an. So erkennen die Gäste eindrucksvoll, wie sehr alles auf der Welt miteinander vernetzt und voneinander abhängig ist.


Bilder Downloads
  • Im Themenbereich Natur können Universum®-Gäste die vielfältigen Farben und Formen der Natur bewundern und wissenschaftliche Prozesse verstehen.

  • An der Seifenblasenwand haben die Gäste nicht nur Spaß, sondern sehen auch, wie der zarte Seifenfilm Vielecke ausbildet. Wo solche polygonen Strukturen wohl sonst noch in der Natur auftreten?

  • Was haben Wirbelstürme und Seepferdchen gemeinsam? Im Bereich Natur können die Besucherinnen und Besucher des Universum® naturwissenschaftliche Phänomene nachvollziehen.