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Die Dauerausstellung im Detail: Natur

Neuer Themenbereich Natur im Universum® erklärt die Herkunft von Farben, Strukturen und Mustern in unserer Welt

Wer hat nicht schon einmal über tiefgraue Gewitterwolken, Sandmuster im Nordessewatt oder filigrane Eiskristalle gestaunt? Und sich dann gefragt, wie diese Dinge eigentlich zustande kommen? Der neue Themenbereich Natur im Universum® Bremen nimmt seit März 2015 die offensichtliche Schönheit unserer Umwelt als Ausgangspunkt, um naturwissenschaftliche Prozesse anschaulich zu erklären. Aufgeteilt ist der im dritten Obergeschoss angesiedelte Themenkomplex in drei Unterbereiche, die zahlreiche Mitmachstationen bieten.

Meeresblau und Zitronengelb – Farben in der Natur

Die Reise vom Einfachen zum Komplexen beginnt mit dem Unterbereich „Farben in der Natur“. Als erster Blickfang sind hier gleißende Blitze in einer Plasmakugel zu sehen. Wie dieses Leuchten wohl entsteht? Und kommt dieses Leuchten eigentlich noch in anderen Naturzusammenhängen vor und falls ja: Hat es stets dieselbe Ursache? Mithilfe von Glasperlen können die Besucher dann einen wunderschönen Farbbogen erzeugen und erfahren, dass Regenbögen stets kreisrund sind – auch wenn wir sie am Himmel nur als Halbkreis wahrnehmen. An simplen und gleichzeitig einprägsamen Experimentierstationen verstehen die Universum®-Gäste außerdem, warum Meerwasser blau, Zitronen gelb und Wolken weiß sind.

Kugeln, Wirbel, Stachel – Strukturen in der Natur

Nach den Farben werden im nächsten Unterbereich die Strukturen der Natur untersucht. Plötzlich fallen Gemeinsamkeiten auf, wo man sie kaum vermutet hätte: So haben Eiskristalle, Vulkankegel und Dornen ihre spitze Form gemeinsam. Während Vulkane und Eiskristalle aus physikalischen Gründen diese Struktur annehmen, haben Spitzen bei Pflanzen und Tieren vor allem eine Schutzfunktion. Bei den faszinierenden Ohrenquallen können die Besucher beobachten, wie sie ihre runde Form geschickt zur Fortbewegung nutzen. Auf aufgedrehte Strukturen indessen stößt man bei Wasserstrudeln und Wirbelstürmen, deren Ursachen im Universum® experimentell erfahrbar werden. An anderer Stelle nutzen possierliche Seepferdchen in einem artgerechten Aquarium ihren aufgedrehten Schwanz dafür, um sich an Pflanzen zu verankern und dadurch ein Forttreiben zu verhindern.

Wellen, Zweige, Netze – Muster in der Natur

Weiter geht es zum Bereich „Muster in der Natur“, wo ein spezielles Becken zeigt, wie durch Wasserbewegungen wellenförmige Muster im Sand entstehen. Auch Flüsse sind nie schnurgerade, sondern gewellt, da sie beispielsweise Felsen und andere Hindernisse umrunden müssen. Manchmal führen die geografischen Bedingungen gar zu Flussschlingen, dann spricht man von einem Mäander. Einen solchen Mäander können die Gäste im Universum® auch selbst herbeiführen. Um aufgeteilte Strukturen hingegen geht es an der Seifenblasenwand. Aus dichtgedrängten, runden Seifenblasen werden Vierecke, Fünfecke oder Sechsecke. Auch in der Natur kommen polygone Formen häufig vor: So bestehen beispielsweise Schildkrötenpanzer aus Vielecken, da sie ein gleichmäßiges Wachstum des Panzers ermöglichen. Mit dem Einzug einiger Schildkröten ins Universum® können diese Panzerstrukturen nun aus nächster Nähe betrachtet werden. Am Präparat eines Amphibiengehirns erkennen die Besucher indessen verzweigte Strukturen und erfahren in einem Begleittext, dass dadurch ein effektiver Informationsfluss gewährleistet wird.

Vertiefungszonen mit Erlebnisfaktor und Informationstiefe

Selbstverständlich werden auch im Themenbereich Natur weiterführende Informationen in sogenannten Vertiefungszonen angeboten. Solche Bereiche sind neu im Universum®-Konzept und sollen eine Brücke zu aktuellen Forschungsprojekten schlagen. Im Themenbereich Natur sind die Hintergrundinformationen in würfelförmigen Räumen untergebracht. Unter dem Motto „Gewaltige Natur“ thematisiert der erste Raum die immensen Kräfte, die unsere Erde formen. Das beliebte Erdbebensofa aus der vorherigen Ausstellung ist hier in völlig überarbeiteter Form wiederzufinden und lässt auf Knopfdruck die Wände erzittern: San Francisco, Albstadt oder Izmit – welches nachempfundene Erdbeben fühlt sich am heftigsten an? Am Exponat Plattentektonik können die Besucher im Zeitraffer beobachten, wie sich die Erdplatten im Laufe der Jahrmillionen bewegt haben. Diese Verschiebungen der Erdplatten führen unter anderem zu Vulkanismus und Erdbeben. Ein filmischer Abstecher nach Sizilien, Teneriffa und Hawaii zeigt die spektakulärsten Vulkanausbrüche der vergangenen Jahrzehnte, während Vulkanologen und Erdbebenforscher in Videoinstallationen über aktuelle Forschungsfragen berichten. In der Vertiefungszone „Extreme Natur“ wird deutlich, wie unterschiedlich die Gesichter der Natur sein können. Die Tiefsee als ein besonders extrem ausgeprägter Lebensraum wird hier beleuchtet, indem einzigartige Aufnahmen vom Meeresboden in 4000 Metern Tiefe gezeigt werden. Ergänzend erläutern Wissenschaftler die Methoden und Ergebnisse der Tiefseeforschung und zeigen den Nutzen für aktuelle Fragen unserer Gesellschaft auf. Ein Baum des Lebens wird im Raum „Vielfältige Natur“ an die Wand projiziert und soll mit kontinuierlich absterbenden und neu wachsenden Ästen die Evolution symbolisieren. Das Leben auf der Erde entstand vor etwa dreieinhalb Milliarden Jahren und entwickelte eine unglaubliche Vielfalt an Tieren, Pflanzen, Pilzen und Bakterien mit teilweise erstaunlichen Verwandtschaftsbeziehungen. In der letzten der vier Vertiefungszonen zeigt ein riesiger Leuchtglobus globale Daten zum aktuellen Wettergeschehen, zu Meeresströmungen oder Schadstoffkonzentrationen an. So erkennen die Besucher eindrucksvoll, wie sehr alles auf der Welt miteinander vernetzt und voneinander abhängig ist.


Bilder Downloads
  • Im Themenbereich Natur können Universum®-Besucher die vielfältigen Farben und Formen der Natur bewundern und wissenschaftliche Prozesse verstehen.

  • Was haben Wirbelstürme und Seepferdchen gemeinsam? Im Bereich Natur können die Besucher des Universum® naturwissenschaftliche Phänome nachvollziehen.